Krebs Besieger

Einmal in die Hölle und wieder zurück

Spieglein, Spieglein…

Es war Freitag, der 02.06.2017, und ich sollte für diese Woche meine letzte Untersuchung im Lukaskrankenhaus haben. Um 09:20 Uhr stand die Magenspiegelung (Gastroskopie) an. Diese war die letzte Untersuchung eines Diagnose- bzw. Analyse-Marathons, ob sich ggf. nicht doch noch Metastasen ihren Weg in Richtung Speiseröhre oder Magen gesucht haben könnten. Über Ultraschall, Röntgen und CT/MRT lässt sich vieles aufdecken, aber eben nicht alles.

Bevor es letztendlich losging, musste ich dann doch eine Stunde warten. In dieser Zeit würde nun auch das Beruhigungsmittel wirken. Aber ehrlich gesagt, war ich nun wirklich nicht mehr aufgeregt. Ich war eigentlich einfach nur noch genervt von all den Untersuchungen und sehnte nur noch das Ende der Untersuchungs-Tortur herbei. Der Eingriff sollte ambulant stattfinden. Gegen Mittag würde ich dann wieder zu Hause sein. Als ich dann endlich in den Untersuchungsraum gefahren wurde – ich lag bereits in einer Art Krankenbett – bekam ich ein spezielles Spray für den Rachenbereich, um diesen zu betäuben, so dass beim Einführen des Schlauches kein Würgereflex entsteht.

Da ich von der Untersuchung nichts mitbekommen wollte, nahm ich das Angebot einer sogenannten Sedierung gerne an. Hierfür wird ein kurzwirksames Schlafmedikament intravenös verabreicht, dessen Wirkung aber schnell wieder abklingt. Der Patient ist während der Magenspiegelung in einer Art Dämmerschlaf und auch die Behandlungsdauer wird als kürzer und angenehmer empfunden. Nach der Einnahme solcher Medikamente ist man für einige Stunden beeinträchtigt, so dass ich mich dazu entschied, den Rest des Tages zu Hause und nicht im Büro zu verbringen.

Das Ergebnis der Untersuchung war erfreulich. Keine weiteren Anzeichen für irgendwelche Tumorherde oder Metastasen. In der darauffolgenden Woche würde es mit drei weiteren Terminen in die nächste Runde gehen. Für den kommenden Dienstag, 06.06.2017 stand die Nachbesprechung aller Voruntersuchungen an.

Aus Spaß frug ich im Tumorzentrum nach einem kostengünstigen Dauer-Parkausweis für den gebührenpflichtigen Besucherparkplatz – so oft wie ich mittlerweile ins Krankenhaus musste. Das wurde leider verneint.

 

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2 Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen Erlebnisbericht, den ich die letzten Stunden aufmerksam gelesen habe. Durch eine an Zungenkrebs erkrankte Freundin aus der Jugendzeit (Diagnose Juli 2018, in Ihrem Alter) bin ich nach Google-Suche („Neck Dissection“) auf diesen Blog gestoßen. Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass die Heilung für immer ist und Sie nie wieder erkranken. Sie haben alles anschaulich und menschlich nah beschrieben. Dafür danke ich. Alles Gute aus München, CL

    • CP

      30. Juli 2018 at 1:21 pm

      Liebe Claudia, vielen Dank für Ihr schönes Feedback und Ihre aufmunternden Worte. Das gleiche wünsche ich Ihrer Freundin: viel Kraft, Geduld und liebe Menschen, die sie unterstützen. Ich freue mich, dass ich Ihnen mit dem Blog ein bisschen „helfen“ konnte. Viele liebe Grüße nach München, CP

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