… der eine mehr, der andere weniger. Mal ist das Päckchen etwas kleiner, mal etwas größer. Mal ist es ein einzelnes kleines Päckchen, mal sind es viele große Pakete.

Warum schreibe ich das? Weil die Summe und das Gesamtgewicht aller Pakete entscheidend sind, wie man mit Schicksalsschlägen umgeht und wie geschwächt oder gestärkt man aus diesen oder mehreren Lebensphasen hervorgeht. Zu Neudeutsch: wie stark ist die eigene Resilienz, d.h. die psychische Widerstandskraft und Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen. Schaue ich – Stand heute: 14.02.2020 – auf die letzten drei einhalb Lebensjahre zurück, würde ich mich als Weltmeister der Widerstandskraft sehen. Das ist natürlich quatsch, denn mein „Leiden“ und meine Lebensumstände sind „nichts“ verglichen mit dem, was andere Menschen durchmachen müssen, die bspw. mit dem Tode kämpfen oder vor Krieg und Verfolgung flüchten. Und natürlich spielt auch die subjektive Sichtweise und Empfindung mit hinein, ob es einem so richtig mies geht oder alles halb so schlimm ist. Meine eigene Sichtweise auf die Dinge? Auf die letzten 3,5 Jahre? Ja, die Päckchen waren/sind nicht leicht und in Kombination miteinander auch nicht ohne.

Im August 2016 haben sich meine Exfrau und ich voneinander getrennt. Nach einigen Jahren des Nebeneinander-her-lebens und diverser Diskussionen und Missverständnisse haben wir uns entschieden, die Beziehung zu beenden. Dieser Schritt an sich war nicht das Schlimme – also nicht das eigentliche Päckchen. Ganz im Gegenteil, die Trennung von meiner Exfrau war eine Befreiung. Deutlich schlimmer war damit einhergehend die räumliche Trennung von meinen beiden Kindern. Jetzt würden viele Väter in dieser Situation sagen: „Ja, eine Trennung von Frau und Kindern ist nicht schön. Ein harmonisches Miteinander mit den Kindern ist dennoch möglich.“ So dachte ich jedenfalls. Leider sollten sich meine Hoffnungen sehr schnell in Luft auflösen, da die Kinder von meiner Exfrau und ihren Eltern zunehmend als Druckmittel in sämtlichen zu klärenden Fragen und Entscheidungen instrumentalisiert wurden.

Und warum schreibe ich Euch das? Schließlich ist das ein Blog über den Krebs und über meinen Kampf gegen ihn. Eine Krankheit mit dieser Wucht ist aber nur dann erfolgreich zu besiegen, wenn alle anderen Lebensumstände stimmen, den Genesungsprozess begünstigen und keine zusätzlichen Störfeuer darstellen. Unsere gescheiterte Ehe wird nicht Kern meiner Geschichte sein. Demnach werde ich nur vereinzelt auf Situationen eingehen, diese aber in aller Deutlichkeit offen legen und beschreiben, insbesondere dann, wenn diese im Kontext mit meiner Krankheit stehen.

Im Laufe der Geschichte bzw. am Ende meiner Beiträge kann sich jeder selber ein Urteil erlauben, ob es sich bei den Päckchen um leichte oder schwer verdauliche Kost handelt. Ich für meinen Teil habe einen Weg gefunden, mit den unterschiedlichsten Tiefs und Hochs umzugehen. Nicht zuletzt helfen mir meine wunderbare Frau in Spe, meine wundervollen vier Kinder und meine liebevolle Familie dabei.