Krebs und andere Zell-Mutationen

Monat: März 2020

Windel-Flat & Operation – die Erste

Donnerstag, 04.05.2017. Mein Handywecker klingelte um 06:00 Uhr. Leider vergeblich, denn ich war bereits seit halb fünf wach. Hunger hatte ich (noch) nicht. Und das sollte auch bitte so bleiben, denn ich musste mich ja nüchtern auf Station melden. Die letzte Zigarette hatte ich bereits am Vorabend geraucht. Mindestens sechs Stunden vor der OP sollte man nicht mehr geraucht haben. Genauso lange sollte man nichts mehr gegessen haben. Bis zwei Stunden vor der OP durfte ich noch ein Glas Wasser trinken. Das habe ich dann auch um halb sieben gemacht. Zum Glück stellte sich bei mir kein Hungergefühl ein. Dafür war ich einfach zu nervös.

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Der Halb-Marathon vor dem Sturm oder die Ruhe vor dem Marathon

So, nun hatte ich also meinen OP-Termin für den 04. Mai 2017 vereinbart und noch knapp fünf Wochen Zeit, mich mental darauf vorzubereiten. Mir ging es gut, denn ich hatte ja nichts zu befürchten. Ein Routine-Eingriff, ein renommierter Experte auf seinem Gebiet und volle Unterstützung, sowohl privat als auch beruflich. Ich freute mich regelrecht auf den Eingriff, denn damit würde die Odyssee endlich ein Ende nehmen. Ich war auch schon nicht mehr sauer auf Frau C., die erste Ärztin mit den flinken „Blutabnahme-Fingern“ aus Meerbusch.

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Was soll schon passieren? Alles Routine.

Vom Lukaskrankenhaus hatte ich vorher nie etwas gehört. Warum auch? Wenn man nicht ins Krankenhaus muss, egal ob als Patient oder Besucher, beschäftigt man sich nicht damit. Meine HNO-Ärztin Frau Dr. R hatte mir diese Klinik, insbesondere die dortige HNO-Abteilung empfohlen. Nicht nur aufgrund des hervorragenden Rufes, es ist auch noch ziemlich nahe an meinem Wohnort gelegen. Eigentlich ist es kein Krankenhaus, sondern eher eine „Kleinstadt“ (siehe Plan). Hier befinden sich neben der HNO-Klinik, weitere Spezialabteilungen wie Chirurgie, Urologie, Geriatrie, Kardiologie, Strahlentherapie/Radiologie, ein Tumorzentrum sowie eine pathologische Abteilung. Diese miteinander verknüpften Bereiche werden im weiteren Verlauf noch eine bedeutende Rolle spielen.

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Tischtennisball oder Taubenei – auf jeden Fall rund und groß

Da saß ich nun, fassungslos im Sprechzimmer von Herrn Dr. U. „Nein, ausgeschlossen, Sie haben kein akutes Pfeiffersches Drüsenfieber. Es ist richtig, dass Sie mal eins hatten. Aber das ist lange her. Ihre Leberwerte sprechen eindeutig gegen EBV.“ Sollte ich jetzt glücklich oder wütend sein? Glücklich, weil es nun doch etwas anderes zu sein schien und medikamentös schnell in den Griff zu bekommen wäre. Oder sauer, weil die erste Diagnose einfach falsch war und ich kostbare Zeit verloren hatte. Außerdem zeigte ich ihm das Rekonvaleszenz-Medikament, welches mir von Frau C. verschrieben worden war. Er schüttelte den Kopf: „Was soll das denn sein? Nie gehört! Hören Sie auf damit, das ist Geldmacherei. Und Sie haben ja eh kein EBV.“

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